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Wo Natur auf Kultur und urbanes Leben trifft

Nordbaden hat nicht nur kleine, idyllische Segelreviere zu bieten. Manche liegen mitten in der Stadt und können mit Industrieromantik und Schlössern brillieren.

Wie viele der Reviere entlang des Rheins ist auch der Kollersee Ergebnis des jahrzehntelangen Kiesabbaus. Zusammen mit dem sechs Kilometer langen Otterstädter Altrhein ist er zu einem beachtlichen Segelrevier herangewachsen, das theoretisch keine Grenzen kennt. Im Norden ist der See mit dem Rhein verbunden, der den mutigen Skipper bis in die Nordsee bringt.
Der See ist tief und die wenigen flachen Stellen lassen den Kiel höchstens im Schlick versacken. Probleme bereiten dem Segler eher die unsteten Winde, durch den hohen Baumbestand. Im Frühjahr und Herbst seien die Bedingungen am besten, sagt Roland Sawicki, erster Vorsitzender des Segelclub Kollerskipper, Sommer sei dagegen Flautenzeit und die Wasserfläche gehöre den Paddlern und den Badegästen. „Vor allem abends, wenn die Badegäste zuhause sind, ist es meist ein schönes ruhiges Revier“, sagt er.
Die Mitglieder seines Vereins kommen im Wesentlichen aus dem Rhein-Neckar-Raum, aber auch aus Mainz und Pforzheim und befahren das Revier mit Kajütbooten bis etwa sieben Metern Länge. Für die sportlichen Segler hält der Verein Optis, Laser und 420er bereit. Neben zwei vereinsinternen Regatten wird immer am 3. Oktober revierübergreifend um das „Blaue Band von Otterstadt“ gekämpft. An dieser Regatta mit über hundert Booten nimmt auch die Seglervereinigung Mannheim teil, die mit einem ihrer drei Stützpunkte ebenfalls in diesem Altrheinarm, gegenüber der Leberwurstinsel, beheimatet ist. rhein neckar 1
Der zweite Stützpunkt ist im kleinen Angelhofer Altrhein bei Speyer zuhause, auf dem auch Motorboote zugelassen sind. Der Hauptstützpunkt bietet dann das Kontrastprogramm zur grün bewaldeten Idylle. Mitten im Stadtzentrum von Mannheim wird im Industriehafen gesegelt. Zentrum des Clublebens bildet der an der Diffenebrücke gelegene, 100 Jahre alte Rheindampfer „Dordrecht“, den der SV Mannheim 1961 vor dem Verschrotten gerettet hat.
„Ein Highlight ist der Weg von einem zum anderen Stützpunkt“, schwärmt der erste Vorsitzende des Vereins, Klaus Haussmann. Die Fahrt mit dem Segelboot über den Rhein, auch wenn das stromaufwärts selten unter Segeln gelingt, sei ein tolles Erlebnis mit einem ganz besonderen Reiz. Hält der Motor durch? Geht die Ankerbereitschaft klar? Ist genug Abstand zur Berufsschifffahrt und den Fähren gewährleistet? Die Abenteuerfahrt können die 420 Mitglieder, die aus einem großen Einzugsbereich, das von Frankfurt über Karlsruhe bis zur Weinstraße und dem Odenwald reicht, genießen. Ihre 140 kleinen Kajütboote, darunter viele Variantas, für die es sogar jährlich zwei Schwerpunktregatten gibt, sind auf die drei Stützpunkte verteilt. Dazu kommen Laser, Optimisten, Teenies und ein paar 420er.
Doch nicht nur die Mannheimer segeln mitten in der Stadt. Keine zwei Gehminuten von der Heidelberger Einkaufszone entfernt liegt der Sportboothafen der Segler-Vereinigung Heidelberg im Neckar. Statt Industrieromantik hat dieser einen Blick auf das berühmte Schloss und das Stadtpanorama zu bieten. rhein neckar 3Vor dieser Kulisse sind die Sonnenuntergänge angeblich spektakulär. „Abends entwickelt sich von den Bergen herab ein steter Ostwind, der die ganze Nacht bleibt“, erzählt Guido Wabnitz, erster Vorsitzender der SVH. Deshalb sei es auch beliebt, abends in die Nacht hinein zu segeln, die pittoresk beleuchtete Stadt vor Augen. Doch bei aller Schönheit der Szenerie, haben die Segler aus Mannheim und Heidelberg auf diesem Revier mit mancher Herausforderung zu kämpfen. „Der Neckarabschnitt in Heidelberg gehört zu den am stärksten genutzten Wasserflächen in Deutschland“, erklärt Wabnitz und damit ist nicht nur die Großschifffahrt gemeint. Die Wasserfläche wird zudem von Seglern, Ruderern, Paddlern, SUPs und Motorbooten genutzt. Dazu kommen Schwimmer von der angrenzenden Neckarwiese, und Touristen in Tretbooten, Elektrobooten und auf Schiffen der „Weißen Flotte“. Da wird es schnell eng auf so einem Fluss und vorausschauendes Segeln und die sichere Kenntnis der Vorfahrtsregeln sind elementar. Da ist zum Entspannen nicht nur der Wein aus der benachbarten Pfalz im Angebot. Zusätzlich wartet dieses Wassersportdreieck mit Heidelberg als einer der schönsten Städte Deutschlands, dem kurfürstlichen Schloss in Mannheim und dem Dom zu Speyer, mit kulturellen Highlights der Extraklasse auf.

 

Vereine der Rhein-Neckar-Region

Segler-Vereinigung Mannheim e.V. 
Segelclub "Kollerskipper" e.V. Brühl 
Windsurfing & Segel Club St. Leon-Rot e.V. 
Segelclub Oberhausen-Rheinhausen e.V. 
Wassersportverein Heidelberg-West 1926 e.V. 
Segler-Vereinigung Heidelberg 1932 e.V. 
Weinheimer Wassersportclub WWSC 70 TSG Weinheim e.V. 

 

Fotos:
Frank Raetzer, Marion Schmid, Roland Sawicki

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